Hodenkrebs


Hosenkrebs erkennen, Lokalisation des Hosentumors

 

Grundsätzlich kann ein Mann in jedem Lebensalter an Hodenkrebs erkranken, zwischen dem 18. und 28. Lebensjahr ist es sogar der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Glücklicherweise ist dieser Krebs, wenn er rechtzeitig erkannt wird, fast immer komplett heilbar.

Daher ist das regelmäßige Selbstabtasten des Hodens besonders wichtig. Bei Veränderungen oder einem unklaren Tastbefund sollte umgehend ein Urologe aufgesucht werden. 

Ursachen

Einige Risikofaktoren für Hodenkrebs sind bekannt und mittlerweile gut untersucht. Dazu zählen:

  • der behandelte und unbehandelte Hodenhochstand (Leistenhoden)
  • eine schlechte Spermaqualität
  • Anomalien in der Harnröhrenmündung (Hypospadie)
  • bereits behandelte Tumoren an einem Hoden

Beschwerden

Das Fatale ist, dass Hodentumoren insbesondere in den Anfangsstadien keinerlei Beschwerden oder Schmerzen verursachen. Die meisten Patienten kommen in die Praxis, weil sie eine Verhärtung oder Vergrößerung am Hoden getastet haben. Auch unklare Schmerzen im Hodenbereich sollten Anlass zu einem sofortigen Arztbesuch geben.

Manchmal erleben wir, dass Männer mit dem nötigen Arztbesuch z.B. aus Schamgefühl viel zu lange warten. In solchen Fällen sieht man häufig fortgeschrittene Hodentumoren mit Größen von bis zu 15 cm. Auch solche Tumoren können schmerzlos bleiben! In diesen Fällen kann es aber sein, dass lokal fortgeschrittenen Tumoren bereits Absiedlungen in anderen Organen hervorgerufen haben und sich somit die Chance auf eine vollständige Heilung verschlechtert.

Diagnostik

Die meisten Hodentumoren lassen sich bereits durch Tasten, ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung, eindeutig diagnostizieren. Für die individuelle Therapieentscheidung und den Nachsorgeplan ist eine Computertomographie des Bauchraumes und der Lungen unabdingbar. Zusätzlichgibt es beim Hodenkrebs zuverlässige Blutuntersuchungen, die Bestimmung der sogenannten Tumormarker. Diese Blutwerte dienen sowohl der Festlegung des Krankheitsstadiums als auch der Therapiekontrolle und zur Nachsorge.Zusätzliche diagnostische Maßnahmen wie die Kernspintomographie (MRT) oder PET-CT (Positronen- Emissions- Tomographie) liefern in bestimmten Fällen weiterführende Informationen.

Behandlung

Erfreulicherweise hat die Behandlung des Hodenkrebses in den letzten zehn Jahren rasante Fortschritte gemacht. Aus diesem Grunde sind heutzutage die meisten Hodentumoren auch in einem fortgeschrittenen Stadien heilbar.

Als erster Schritt der Behandlung erfolgt in der Regel die Entfernung des befallenen Hodens mit anschließender feingeweblicher Untersuchung durch einen erfahrenen Pathologen.Parallel dazu wird aus dem gegenseitigen Hoden eine Biopsie entnommen.

Wenn die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchung, die Tumormarker und die Resultate der Radiologen vorliegen, erfolgt die individuelle Planung des weiteren Vorgehens:

 

- möglicherweise reichen engmaschige Kontrollen, welche eine körperliche Untersuchung, Bestimmung der Tumormarker, Ultraschall und radiologische Nachuntersuchungen umfassen, aus. Erst wenn sich Anhaltspunkte für eine erneute Aktivierung der Krankheit zeigen, erfolgt eine zeitnahe angepasste Behandlung.

- Bei fortgeschrittenen Erkrankungen zum Zeitpunkt der Diagnostik ist möglicherweise eine zusätzliche Chemotherapie erforderlich.

- Außerdem kann es notwendig sein, befallene Lymphknoten entlang der Hauptblutgefässe in einem zweiten Eingriff zu entfernen.

- Zusätzlich gibt es je nach Ausgangslage die Möglichkeit und Notwendigkeit einer ergänzenden Strahlentherapie.

 

Diese Therapieformen werden je nach Ausgangssituation kombiniert. Wie Sie sich vorstellen können, sind für die richtige Behandlung der individuellen Erkrankung kompetente Ärzte aus verschiedenen Fachgebieten notwendig. Aus diesem Grunde wird jeder Patient vor Einleitung einer Therapie in einer gemeinsamen Tumorkonferenz von verschiedenen Fachärzten beurteilt und ein Konzept erarbeitet. Sollten weiterhin offene Fragen bleiben, haben wir guten Kontakt zu international anerkannten Hodenspezialisten.

Bei jüngeren Patienten, bei denen die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, empfehlen wir vor Therapie  eine Kryokonservierung ("Einfrieren") einer Spermaprobe, um eine künstliche Befruchtung zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen.

Sollte eine Kryokonservierung für Sie infrage kommen, beraten wir Sie gern und stellen die nötigen Kontakte her.

Abschließend möchten wir nochmals betonen, dass Sie bei irgendwelchen Veränderungen am Hoden unseren Rat lieber einmal zu viel als zu wenig in Anspruch nehmen sollten.