HPV Impfung jetzt auch für Jungen


Die ständige Impfkommission (STIKO) hat die im Empfehlung zur Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) auf alle Jungen im Alter von 9-14 vor dem ersten Sexualverkehr ausgeweitet. Für Mädchen wird diese Impfung bereits seit 2007 empfohlen. Dies wird von uns Medizinern befürwortet, da bereits 40-60 % der Männer mit dem Virus infiziert sind und durch die Impfung die Verbreitung des Erregers reduziert werden kann

 

Warum ist dies so wichtig?

Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Mädchen bereits geimpft sind, sind die Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion. Neben dem Schutz vor Gebärmutterhalskrebs profitieren aber auch die geimpften Jungen selbst von dieser Maßnahme. Sie schützt nämlich zusätzlich vor anderen Krebsarten wie Mund-Rachen- und Analkrebs. Außerdem erweist sie sich als effektiv gegen die unangenehmen Genitalwarzen.

 

Wer übernimmt die Kosten?

Es wird davon ausgegangen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Impfung zustimmen wird, sodass mittelfristig die gesetzlichen Krankenkassen auch für Jungen die Kosten der Impfung übernehmen. Diese kann bis zum Alter von 17 Jahren bei Mädchen und Jungen nachgeholt werden. Aktuell ist jedoch davon auszugehen, dass die Kosten für die dreimal durchführende Impfung vom Patienten selber zu tragen sind. Im Einzelfall hilft eine Rückfrage bei der zuständigen Krankenkasse.

 

Wer führt die Impfung durch?

Während die Mädchen von ihrem Gynäkologen/in geimpft werden, sollten die Jungen einen Urologen aufsuchen.

Unsere Praxis verfügt über die erforderliche Qualifikation, wir beraten Sie gern.

Sprechen Sie uns bitte an.

Aktuellste Studien zum PSA - Wert


In den letzten Jahren gab es in den Medien vermehrt negative Berichte über den Nutzen des PSA – Wertes, welcher seit Jahren zur Früherkennung des Prostatakrebses genutzt wird.

 

Auf Grund von Fehlern in älteren Studien wurde behauptet, dass die Bestimmung des PSA-Wertes im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung zu keinem Überlebensvorteil der Patienten führe. Da dieses Ergebnis in großer Diskrepanz zu der positiven Erfahrung stand, welche Urologen in dem Umgang mit  dem PSA-Wert gemacht hatten, wurden die Studiendaten nochmals unter der Lupe genommen und Studienfehler aufgedeckt.

 

Es wurden in die Kontrollgruppe, Männer ohne PSA Bestimmung, doch Männer aufgenommen, welche bei anderen Ärzten den PSA-Wert haben bestimmen lassen. Dies führte natürlich zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebensraten in dieser Gruppe, so dass sich kaum ein Unterschied zu der Patienten-Gruppe mit PSA-Screening zeigte.

 

Die neuen Studien und den überarbeiteten älteren Studien zeigte sich nun, dass durch die Bestimmung des  PSA-Wertes im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung das Risiko an Prostatakrebs zu versterben um ca. 30% gesenkt werden kann.

 

Quelle: Reconciling the Effects of Screening on Prostate Cancer Mortality in the ERSPC and PLCO Trials. Ann Intern Med 2017 Oct 3; 167(7):449-455.

Prostata - Embolisation


Immer  häufiger wünschen Patienten mit symptomatischer Prostatavergrößerung Informationen über die Embolisation der Prostata.

Bei dem Verfahren handelt es sich um einen künstlich herbeigeführten Verschluss der  Prostataarterien (Schlagadern, welche die Prostata mit dem Blut versorgen), was zu Schrumpfung des Organs führt.

Dies geschieht über eine Punktion der Leistenarterie mit einem Katheter unter Röntgenkontrolle. Die Blutgefäße werden mit dem Kontrastmittel dargestellt, und der Katheter bis zu Prostataartherie vorgeschoben. Danach werden die  Kunststoffpartikeln  in die Blutgefäße eingebracht und die blutversorgenden Prostataarterien verschlossen (embolisiert).

 

Im Folgenden stellen wir Ihnen das Pro und Kontra dieses Therapieverfahrens vor:

 

Pro:

·      Der Eingriff erfolgt in lokaler Anästhesie ohne Narkose

·      In den meisten Fällen reicht eine ambulante Behandlung

·      Die Therapie ist bei solchen Patienten möglich, bei denen eine operative  Therapie (z.B. Prostataausschälung oder Lasertherapie)  kontraindiziert ist.

 

Kontra:

·      Es handelt sich um eine experimentelle Behandlung, bei der die Langzeitergebnisse und mögliche Nebenwirkungen noch nicht bekannt sind.

·      Der Effekt tritt erst nach ca. 3 Monaten auf, da es relativ lange dauert, bis das Organ schrumpft. Bei transurethraler  Prostataresektion (Prostataausschälung) oder Laserenukleation  verspürt der Patient dagegen direkt nach dem Eingriff eine  deutliche Besserung der Blasenentleerung.

·      Infolge der Prostataschwellung nach der Embolisation kommt es häufig zu einem  Harnverhalt, so dass die vorübergehende  Einlage eines Blasenkatheters notwendig werden kann.

·       Es kann über längere Zeit zu vermehrten Blutungen aus der Harnblase und dem Abgang  abgestorbenen Gewebes kommen.

·      Blutungen aus dem Enddarm sind möglich.

·      Es besteht das Risiko von Schädigungen der benachbarten Organe wie Enddarm oder Harnblase infolge des Verschlusses deren Arterien.

·      Bei dieser Methode wird kein Material zur histologischen Begutachtung gewonnen, so dass möglicherweise ein Karzinom übersehen wird.

 

 

Wenn Sie noch Fragen haben beraten wir Sie gerne.

NanoKnife - schonende, organsparende Behandlung des Prostatakrebses


Bei dieser Behandlungsform muss die Prostata nicht entfernt werden und die Bestrahlung ist auch nicht notwendig. Daraufhin ist das Risiko von gefürchteten Komplikationen sowie Impotenz, Urininkontinenz, ganz geschweige von Schädigung der umliegenden Organen relativ niedrig. Im Vergleich zu früheren Methoden der lokalen Therapie  der Prostata wird hier keine schwer kontrollierbare, termische Zerstörung des Gewebe im  Sinne einer extremen Kälte oder Hitze verwendet.

 

Bei NanoKnife oder irreversibler Elektroporation der Prostata werden durch die Anwendung von kurzen Stromimpulsen die Tumorzellen zerstört, wobei das umliegende, gesunde  Gewebe geschont bleibt. Diese Behandlungsform wird bereits seit Jahren bei Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erfolgreich angewandt.

Die ersten Ergebnisse bei Behandlung des Prostatakrebses sind viel versprechend. Es bleibt noch die Langzeitergebnisse abzuwarten, um diese Methode mit etablierten Therapieverfahren zu vergleichen. Diesbezüglich wird aktuell eine internationale Studie durchgeführt.

Sollten Sie sich für diese Behandlungsform interessieren,  beraten wir Sie gerne und unabhängig. Die Therapie ist in einer unseren Partnerkliniken möglich und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

 

 

Prostatakrebs und Ernährung



Schon seit längerem vermutet man einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Entstehen von Prostatakrebs. So erkranken Japaner im Schnitt sechsmal seltener als zum Beispiel Europäer und Amerikaner. Dies führt man auf eine andere Zusammensetzung der Nahrung zurück, weil Asiaten  traditionell viel Fisch, Soja und auch Selen zu sich nehmen.

Leider fehlten bisher verlässliche Daten zu diesem Thema.
Nun hat sich eine Forschergruppe die Mühe gemacht, die Ergebnisse aus insgesamt 15 Studien zusammenzufassen.Gemessen wurde der Selengehalt in Blut und Fingernägeln im Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs zu erkranken.
Hierbei ergab sich sich, dass Probanden mit einem ausreichenden Selenspiegel  ein geringeres Risiko aufwiesen.

Eine ausreichende Zufuhr von Selen mit der Nahrung scheint deshalb sinnvoll.  Sollten Sie sich für dieses Thema interessieren, sprechen Sie uns bitte bei Ihrem nächsten Besuch an.