Sterilisation des Mannes-Vasektomie


Nach Abschluss der Familienplanung sollte sich jeder Mann durchaus mit der Möglichkeit der Sterilisation beschäftigen. Dieser Eingriff ist deutlich einfacher und mit weniger Komplikationen verbunden als eine entsprechende Operation bei der Frau. Die Sterilisation ist ein kurzer ambulanter Eingriff am Hodensack in lokaler Betäubung, welcher Ihnen die Möglichkeit gibt, zukünftig das Sexualleben unbekümmert zu genießen, ohne Ihrer Partnerin die ständige Verhütung zuzumuten. Wir führen diesen Eingriff jährlich über 200 Mal durch und verfügen daher über eine hohe Expertise. Die meisten Eingriffe können mittels "ohne Skalpelltechnik" durchgeführt werden 

Vor dem Eingriff

Der Entschluss zur Sterilisation ist vom Mann ggf. zusammen mit der Partnerin im Vorfeld sorgfältig abzuwägen. Zwar ist die mikrochirurgische Rekanalisation  erfolgreich durchführbar, die Vasektomie sollte aber als endgültiger Eingriff geplant werden.

Vor dem Eingriff findet ein Aufklärungsgespräch statt, um ausführlich Fragen und Unklarheiten zu erörtern. Desweiteren ist eine Untersuchung des Genitale notwendig. Der Mann muss eine Operationseinwilligung unterschreiben und erklären, dass er mit der Operation einverstanden ist und über deren Folgen aufgeklärt wurde.

Vorurteile

Es existiert immer noch bei einigen Männern die Angst, durch den Eingriff die Potenz zu verlieren. Dies ist völlig unbegründet. Die Hormonbildung in den Hoden bleibt durch den Eingriff unberührt. Ebenso bleibt der Samenerguss unverändert , da dieser aus dem Sekret der Vorsteherdrüse besteht. Lust- und Orgasmusgefühl ändern sich ebenfalls nicht.

Durchführung

Der Eingriff wird ambulant unter lokaler Betäubung und Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmittel per Infusion in unserem OP unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Auf Wunsch des Patienten ist es auch möglich, den Eingriff  in einer Kurznarkose durch einen erfahrenen Narkosearzt ambulant durchzuführen. 

Der Mann muss nüchtern in die Praxis kommen und sollte am Abend vor dem Eingriff eine gründliche Rasur der Genitalregion durchführen. Hierdurch wird das  sowieso geringe Infektionsrisiko weiter gesenkt. Für den Weg nach Hause  ist eine Begleitperson erforderlich. Zur Sicherung der Nachsorge sind wir unter einer speziellen Telefonnummer  rund um die Uhr erreichbar.

 

Eingriff:  Die Operation wird in einer minimalinvasiven „ohne Skalpelltechnik“ durchgeführt, wobei kein Schnitt mit dem Skalpell notwendig ist. Seitlich am Hodensack wird über eine kleine Hautöffnung der Samenleiter freigelegt und ein ca.      2 cm langes Teilstück entfernt. Die Samenleiterenden werden mittels Hochfrequenzstrom verödet und unterbunden. Nach einigen Wochen ist die Hautöffnung kaum noch zu sehen. Die Operationszeit beträgt im Schnitt 15 Minuten.  Nach einer Ruhezeit von ca. 30 Minuten kann die Praxis verlassen werden.

 

Nach dem Eingriff: Bei einem unkomplizierten Verlauf erfolgt 1 Woche nach der Operation eine Wundkontrolle. Sollten postoperativ Beschwerden auftreten, ist eine umgehende Vorstellung in der Praxis ohne Termin jederzeit möglich. Auch telefonisch über privates Handy können wir Ihre Fragen beantworten. Sie sollten in jedem Fall körperliche und sportliche Anstrengungen inklusive Baden und Saunagang für 10-14 Tage postoperativ vermeiden. Sexuelle Aktivitäten sind ebenfalls für 10-14  Tage nicht ratsam.

Nach dem Eingriff verbleiben in den Samenbläschen noch befruchtungsfähige Spermien. Somit besteht in den ersten 3 Monate nach der Sterilisation noch Zeugungsfähigkeit, sodass die Verhütungsmaßnahmen in dieser Zeit weiterhin notwendig sind. Nach Ablauf dieser Zeit führen wir eine Spermiogrammkontrolle durch. Wenn im Ejakulat keine Spermien festgestellt werden, dürfen Sie anschließend auf Verhütungsmaßnahmen verzichten.

 

In 1-2% der Fälle ist eine spontane Wiedervereinigung der Samenleiter möglich. In diesem Fall gelangen die Spermien wieder in den Ejakulat und Sie werden wieder zeugungsfähig. Deshalb wird in den urologischen Leitlinien eine zusätzliche Spermiogrammkontrolle 12 Monaten nach der Sterilisation empfohlen.

Mögliche Komplikationen

Die männliche Sterilisation gehört zur sichersten und komplikationsarmen Operationen. Die Blutergussbildung wird in 0,5-2 % und Wundheilungsstörung in < 1 % der Fälle beobachtet.

Arbeitsunfähigkeit

Die Sterilisation kann an jedem Wochentag durchgeführt werden, sodass Sie sie bequem planen können. Wenn der Eingriff zum Beispiel am Freitag vorgenommen wird, können Sie bereits am Montag Ihre berufliche Tätigkeit wieder aufnehmen. Bei Bedarf bekommen Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.