Dr. med. K. Buck Facharzt für Urologie
Axel D. Bömke Facharzt für Urologie
Dr. med. A. Mühlhäußer Facharzt für Urologie

 

Kinderurologie

Ein sehr großer Anteil der kleinen Jungen hat eine Vorhautverengung  -Phimose-  . Je nach Ausprägung kann dies zu einer Blasenentleerungs-störung oder wiederholten Entzündungen der Vorhaut mit der Gefahr der Ausbreitung auf den gesamten Penis oder gar Blase und Nieren führen. Deshalb sollten Eltern, die bei Ihrem Jungen den Verdacht auf eine Vorhautverengung haben, dies rasch urologisch überprüfen lassen. Denn auch hier können gutgemeinte Laienvorschläge, wie z. B. regelmäßiges Zurückziehen der Vorhaut zur Weitung der Enge oder auch nur Zuwarten, zu einer Verschlechterung der Situation führen. Deshalb sollte eine Vorhautenge  - Phimose-  möglichst bis zum Ende des 2.Lebensjahres behoben sein, da dann auch die kleinen Jungen in ihrer geschlechtlichen Selbstfindungsphase am wenigsten beeinträchtigt werden. Sehr selten stellen sich dann auch angeborene Anomalien der Harnröhrenmündung heraus, die dann auch gleich ohne Mehrbelastung des Kindes mit korrigiert werden können und sollten.

Bei den kinderärztlichen Vorsorge-Untersuchungen der Neugeborenen fällt relativ häufig ein Hodenhochstand  - Kryptorchismus - auf. Häufig erfolgt dann noch in der Geburtsklinik eine urologische Vorstellung um zu klären, in wieweit die weitere Entwicklung abgewartet werden kann oder eine sofortige oder baldige Behandlung notwendig ist. Liegt kein sehr ausgeprägter oder ein wechselnder Hodenhochstand vor, dann kann dies bei den Untersuchungen in der Neugeborenenzeit schwierig sein. Sollte den Eltern dann zuhause erst auffallen, dass sich nicht beide Hoden im Hodensack befinden, dann sollte eine rasche urologische Vorstellung mit entsprechender Untersuchung erfolgen. Sollte dies notwendig sein, muss dann bis spätestens zur Vollendung des 2. Lebensjahres eine Behandlung erfolgen, um eine spätere Schädigung der Hoden mit daraus resultierender Unfruchtbarkeit zu vermeiden. Dies ist um so wichtiger, als sich herausgestellt hat, das Hoden, die nie richtig im Hodensack lagen, ein deutlich erhöhtes Risiko der Krebsentwicklung aufweisen.

Kindliches Einnässen  - Enuresis nocturna et diurna -  ist für die Eltern häufig ein sehr beunruhigendes oder auch peinliches Problem. Leider ist es auch noch ein Tabu-Thema, so dass das Problem zum Schaden des Kindes häufig lange vertuscht wird und die Familie belastet, oder das Kind mit zwar gutgemeinten aber oft falschen Behandlungsratschlägen traktiert wird. Eine recht kurze und schmerzfreie urologische Unter-suchung kann rasch die Situation klären, denn nur in einem sehr geringen Anteil steckt eine rasch behandlungsbedürftige, schwere urologische Erkrankung dahinter. In fast allen Fällen handelt es sich um eine sogenannte kindlich unreife Blase, eine normale Entwicklungsstufe der Kontrollmechanismen der Blase. Während dieser Zeit kann das Kind die Füllung der Blase noch nicht genau wahrnehmen und die Entleerung nur schwer kontrollieren. Die unangenehme Folge davon ist das nächtliche oder auch tägliche Einnässen. Die Reifung der Blasen-kontrolle kann jedoch auch medikamentös unterstützt werden, so dass es zu einer besseren Kontrolle der Blase und damit zur Besserung des Einnässen kommt.

In ganz seltenen Fällen kann auch schon im Kindesalter die urologische Kontrolle der Nierenfunktion oder der Abfluss-Verhältnisse des Urins aus der Niere in die Blase notwendig sein. Mit modernen Untersuchungs-methoden, wie zum Beispiel hochauflösenden Ultraschallgeräten mit farbcodiertem Duplex-Verfahren zur Durchblutungs-Kontrolle, szintigraphischen Untersuchungsmethoden oder Mikroproteinanalysen, können heute weitgehende Funktions- und Form-Kontrollen durchgeführt werden, ohne die Kinder mit beängstigenden Untersuchungen zu traumatisieren.

Auch und besonderst bei Kindern gilt, dass bei Unklarheiten eine rasche urologische Kontrolle immer sinnvoller und weniger belastend ist, als bei zu langer Verzögerung dann die meist schlimmeren Folgen für das Kind oder auch die Familie zu beheben.


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